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Hebammenbetreuung schon in der Schwangerschaft?
Warum? Wie finde ich die Richtige?

Die Themen
Eine Hebamme? Schon in der Schwangerschaft?
Vorsorge bei Hebamme oder Arzt?
Wie finde ich "meine" Hebamme?

Links zu den Themen


"Eine Hebamme? Schon in der Schwangerschaft?

Ich dachte, Hebammen assistieren den Ärzten bei der Geburt eines Kindes."
Diesen Satz habe ich, leider, so oder so ähnlich schon häufiger gehört, wenn ich einer
Erstgebärenden den Tipp geben wollte, sich möglichst bald um eine Hebamme zu kümmern,
die sie unter der Schwangerschaft begleiten soll.
Dadurch, daß das Gebären in den letzten 50 Jahren zu einem medizinischen Akt verstümmelt
wurde, gehen viele Menschen heute davon aus, daß eine Geburt von einem Arzt begleitet und
betreut werden muß. Und daß Hebammen diesen Ärzten nur assistieren.
Nicht viele wissen, daß es genau andersherum ist:
Zu einer Geburt muß ein Arzt eine Hebamme hinzuziehen.

Leider ist es in einigen Krankenhäusern tatsächlich immer noch so, daß die dort angestellten
Hebammen sich eher in die Rolle der Assistentin gedrängt fühlen. Doch immer mehr Kliniken
legen Wert auf eine hebammengeleitete Geburtsstation.
Bei einer normalen Geburt bekommt die Gebärende dort normalerweise auch keinen Arzt
zu Gesicht - nicht, wenn es nicht nötig ist. In Nordrhein-Westfalen gehören zum Beispiel das Evangelische Krankenhaus Bethesda in Duisburg und das Vinzenz-Palotti-Krankenhaus in Bensberg bei Bergisch-Gladbach, das nun seit einiger Zeit auch ein Geburtshaus innerhalb des Klinikums eingerichtet hat, dazu.

Unabhängig arbeitende, freie Hebammen, die nicht an eine Klinik gebunden sind, betreuen
Schwangere auf Wunsch von Anfang der Schwangerschaft an. Das bedeutet, daß sie auch alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen können. Diese können entweder im Geburtshaus, bzw. der Hebammenpraxis, oder auch zu Hause bei der Schwangeren stattfinden. Alle in der Vorsorge vorgesehenen Untersuchungen können von einer Hebamme durchgeführt werden, außer Ultraschalluntersuchungen.
Auf Wunsch können die drei empfohlenen Screenings in den Schwangerschaftswochen 9-12, 19-22 und 29-32 aber bei einem Gynäkologen oder einem Pränataldiagnostiker durchgeführt werden. Pflicht sind sie nicht.

Die hebammenbetreute Vorsorge wird von den Krankenkassen ebenso übernommen, wie die arztbetreute Vorsorge. Und es ist auch möglich, die Vorsorgetermine zwischen Arzt und Hebamme aufzuteilen, das heißt sie finden im Wechsel zwischen Hebamme und Gynäkologe statt. Es ist aber auch ebenso möglich, in der gesamten Schwangerschaft auf Arztbesuche zu verzichten. Die Hebamme wird dann im Fall von Unregelmäßigkeiten einen Arzt hinzuziehen.

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Vorsorge bei Hebamme oder Arzt?

In Deutschland werden die Vorsorgeuntersuchungen in der Regel von Gynäkologen durchgeführt. Die Schwangere geht in die Praxis, dort wird sie gewogen, ihr Urin untersucht, beim ersten Mal Blut für diverse Untersuchungen abgenommen, das normalerweise dafür in ein externes Labor geschickt wird, und dann wird sie vom Arzt oder der Ärztin nach einer Anamnese mit dem Ultraschallgerät untersucht, in der Frühschwangerschaft noch vaginal.
Je nachdem, wie engagiert der Arzt ist, und wieviel Zeit er hat, so fallen auch die Gespräche rund um die Schwangerschaft und die eventuell auftretenden Probleme aus. Fast immer geht es dabei aber ausschließlich um körperliche Beschwerden. Mehr kann ein Arzt mit einer ausgelasteten Praxis auch gar nicht leisten.

Die Vorsorge bei der Hebamme kann, wie schon erwähnt, zu Hause bei der Schwangeren stattfinden, was nicht nur Mehrgebärende zu schätzen wissen. Auch sie untersucht den Urin und nimmt Blut ab, das sie ebenfalls zur Untersuchung ins Labor schickt. Nach der üblichen Anamnese kann sie in den begleitenden Gesprächen aber viel intensiver auf die werdende Mutter eingehen, als ein Arzt mit vollem Wartezimmer.
Dabei wird dann nicht nur über körperliche Themen gesprochen, sondern auch und vor allem über emotionelle. Die Hebamme führt die Frau schrittweise in ihren Körper - mit Hilfe ihrer eigenen Instinkte.
"Geht es meinem Baby gut?"
Diese Frage möchte jede werdende Mutter gerne beantwortet wissen. Die Hebamme hilft der Schwangeren, in sich hinein zu hören, bestärkt sie darin, ihren Gefühlen, ihren Instinkten zu vertrauen. Unabhängig von Apparaten, die in sie hinein schauen...

Auch der Partner wird in diese Art von Geburtsvorbereitung viel aktiver mit einbezogen, als bei einem Arzt. Eine Schwangerschaft bedeutet auch einen Einschnitt in der Beziehung. Der Partner ist nicht mehr nur Mann, sondern auch werdender Vater. Auch für ihn ändert sich vieles, nicht zuletzt sieht er sich mit extremen Gefühlsschwankungen seiner Frau konfrontiert - und mit seiner eigenen Hilflosigkeit, weil er es ihr nicht recht machen kann.
Die Hebamme hilft auch hier in Gesprächen, das Gleichgewicht wieder herzustellen und aus dem Paar ein Team zu machen, das zur Geburt aufgeklärt und gestärkt sein wird, und das dem neuen Lebensabschnitt gelassen entgegen sehen kann.

Die Geschwisterkinder werden spielerisch an die Geburt herangeführt. Eine gute Hebamme achtet darauf, daß sie nicht ausgeschlossen werden und sich nicht schon unter der Schwangerschaft zurückgesetzt fühlen. Sie gehören zum Familienverbund dazu, also spielen sie auch ihre ganz eigene Rolle.
Zum Beispiel dürfen sie bei den Untersuchungen mit dem Dopton der Hebamme die Herztöne des Babys durch den Bauch der Mutter abhören. So werden sie mit einbezogen in das Neue, das ihre Eltern in dieser Zeit so fesselt. Und wenn das Baby dann kommt, sind sie darauf vorbereitet, und empfinden es nicht als Schock, wenn dieser neue kleine Mensch ganz plötzlich ohne Vorwarnung im Bett der Mutter liegt und sie in Beschlag nimmt
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So bereitet eine Hebamme die ganze Familie auf das neue Wunder vor und läßt niemanden mit Fragen oder Ängsten allein. Die ganzheitliche Betreuung hilft jedem Beteiligten, seinen Platz zu finden.

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Wie finde ich "meine" Hebamme?

Wichtig ist: Die Chemie muß stimmen. Eine Hebamme kommt einer Schwangeren und deren Familie sehr nah, sie erhält Einblick in die Privatsphäre, die Untersuchungen finden häufig zu Hause im eigenen Bett oder auf der Couch statt. Wenn einem die Hebamme dann nicht wirklich symphatisch ist, kann sich das sehr störend auswirken.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß die Betreuung durch eine Hebamme, die auch selber Geburten begleitet, wirklich zu empfehlen ist. Das kann eine Hausgeburtshebamme sein, oder eine Hebamme aus dem Geburtshaus, oder auch eine Beleghebamme. Die Hebammen, die fest an Kliniken gebunden sind, haben meist nicht die Kapazitäten, um Frauen schon in der Schwangerschaft zu betreuen.
Hebammen, die auch selber Geburten begleiten, sind mitten im Thema und immer up to date.
Dabei möchte ich die Arbeit ihrer Kolleginnen, die alle Leistungen außer Geburten anbieten, aber sicher nicht schmälern. Alle haben fundierte Kenntnisse und viele Erfahrungen mit Geburten, auch wenn sie sie nicht mehr selber durchführen.

In den meisten größeren Städten gibt es inzwischen Geburtshäuser oder Hebammenpraxen, bei denen man sich informieren kann, welche Hebammen die gesamte Schwangerschaft bis zum Wochenbett begleiten. Geburtshäuser veranstalten regelmäßig Informationsabende, wo man sich über die Geburt zu Hause oder im Geburtshaus informieren kann, und wo man dann auch alle Hebammen kennenlernen kann. Auch im Internet gibt es diverse Listen, und manchmal reicht es schon, wenn man in eine Suchmaschine die Begriffe Hebamme und den Namen der eigenen Stadt eingibt.
Besonders hilfreich empfinde ich die Hebammensuche, in der man anhand der Postleitzahl nach Hebammen in seiner Umgebung suchen kann, und in der Hebammen sich selber mit ihrem Leistungskatalog eintragen und vorstellen können. Unter diesem Artikel gibt es aber noch weitere Links zur Hebammensuche.

Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Hier geht es zum Forum.
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Links


Hebammen bundesweit

Bund freiberuflicher Hebammen
Deutschlands e.V.

Neben Informationen für freiberufliche Hebammen und Hebammen in der Ausbildung gibt es hier auch die Möglichkeit, Hebammen und Hebammenpraxen nach Bundesland zu finden.

Bundesweite Hebammensuche
Hier erhält man nach Eingabe der Postleitzahl
oder der Telefonvorwahl ein Verzeichnis von
ortsansässigen Hebammen. Jede Hebamme hat
Ihr Leistungsangebot angegeben.
sns

Bund deutscher Hebammen e.V.

Informationen über die Hebammenarbeit und
aktuelle Presseberichte rund ums Thema,
außerdem Informationen und Adressen
zum Thema Stillen.


Der Geburtskanal
Interaktives Informatonsnetzwerk zur Förderung
des Kontaktes zwischen Ratsuchenden und Fachleuten. Mit vielen Informationen und Foren.

QUAG e.V.
Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe. Informiert über die Arbeit des
Vereins. Man kann die Qualitätsberichte online ordern.


Hebammen in den Bundesländern

midwife.de - Hebammensuche Hamburg
Hebammensuchmaschine und viele Informationen rund um das Thema Geburt und Hebammenbetreuung

Hebammenverband Niedersachsen e.V.
Hebammensuche in Niedersachsen, Informationen rund um die Hebammenarbeit und die Ausbildung
zur Hebamme

Hebammenzentrale Bonn
Hilft bei der Hebammensuche rund um Bonn. Außerdem Liste mit Hebammenschulen, bundesweit.

Hebammenverband Baden-Württemberg

Informiert über die Arbeit des Verbandes. Fortbildung, etc.

Hebammengemeinschaft Hevianna
Freiberufliche Hebammengemeinschaft in
St. Augustin
, umfangreiche Linkliste



ns
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Hebammen international

International Confederation of Midwives (ICM)
Englischsprachige Seite, informiert über die Arbeit der Organisation, interessant: Code of Ethics

Österreichisches Hebammengremium
Mit Informationen rund um die Hebammenarbeit
und Elternforen zu verschiedenen Themen,
zB "Vor der Geburt", "Geburt", "Kindergesundheit".
Außerdem Namensdatenbank, Literatur, etc.
sns

Hebammenzentrum Österreich
Österreichischer Verein freier Hebammen mit
Informationen rund um die Hausgeburt,
Aktivitäten.

Birthing Center Assagao
Zwei deutsche Hebammen gründeten ein
Geburtshaus in Goa/Indien.
Ein bisher
einmaliges Projekt.


Geburtshäuser

Netzwerk der Geburtshäuser

Verzeichnis der Geburtshäuser in Deutschland,
der Schweiz, Österreich und Frankreich. Mit
Informationen über die Sicherheit ausserklinischer Geburten.


Geburtshaus Bonn
Ansprechend gestaltete Informationsseite des Geburtshauses in Bonn, mit weiterführenden Links rund um das Thema.

Geburtshaus Chemnitz
Erlebnis Geburt e.V., dieser engagierte Verein hat einen Leitfaden für Schwangerschaft und Geburt in und um Chemnitz heraugebracht. Mit vielen wichtigen Informationen und interessanten Erfahrungsberichten.

Geburtshaus Düsseldorf
Dieses Geburtshaus kann ich aus persönlicher Erfahrung uneingeschränkt empfehlen. Die Hebammen des Geburtshauses bieten neben der Rundum-Betreuung auch Kurse für vor und nach der Geburt an.

Geburtshaus Giessen
Das erste Geburtshaus in Deutschland, mit interessantem Pressearchiv um die Entstehung.


Geburtshaus Köln


Vorschläge für weitere Links?
Bitte an sandra@maieutik.info

15.02.05
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