Ashleys Geburt
23.05.2002


Am Donnerstag den 23.05.2002 um 6.17h mit 47cm und 2750g erblickte unsere Tochter Ashley Luna Mercedes das Licht
der Welt.

Schon in der Nacht zu Mittwoch spürte ich ein Ziehen im Unterleib. Dass das Wehen sein könnten ahnte ich erst, als ich den Zeitabstand mit der Uhr kontrollierte und feststellte dass der Abstand 9 Minuten betrug. Das Ziehen war aber auszuhalten und so ging ich morgens erst mal schön heiß duschen.
Dadurch verkürzte sich der Abstand zwar auf 6 Minuten, aber die Wehen waren nicht mehr so stark spürbar. Also beschloss ich eine Runde mit dem Hund spazieren zu gehen.

Um 9.00h traf ich mich mit meiner Hebamme zur Akupunktur. Ich erzählte ihr von meinen leichten Wehen und somit meinte sie es wäre besser wenn sie mich nach der Akupunktur noch mal untersucht. Ein guter Befund: Gebärmutterhals komplett verstrichen und MuMu ca. 1cm geöffnet. Zu dem lag das Köpfchen schon sehr tief im Becken. Über den Tag verlängerte sich der Abstand der Wehen auf ca. 15 Minuten.

Ich erledigte noch meinen Haushalt und wusch Wäsche. Als dann mein Schatz Gordon um ca. 18.00h von der Arbeit kam hatte sich der Abstand der Wehen auf 7 Minuten eingependelt. Leider hatte Gordon einen Freund mit nach Hause gebracht und so konnte ich ihm nicht so schildern was mit mir los war. Aber die Wehen waren ja auch noch gut auszuhalten.

Wir sind dann alle zusammen noch mit dem Hund spazieren gegangen und ich merkte dass die Wehen jetzt schon deutlich spürbar waren und ich sie auch teilweise veratmen musste. Ich wollte dann die lieber mit Gordon "allein" sein und so fuhren wir Gordon´s Kumpel zum Bahnhof. Den Hund brachten wir dann zu meinen Schwiegereltern weil wir noch was Essen gehen wollten. Schwiegermami dachte schon es geht los, aber ich erzählte erst mal noch nichts von meinen Wehen.

Wir fuhren dann also was Essen und ich hatte immer noch alle 7 Minuten meine Wehen, die ich aber noch gut verkraften konnte. So um 22.30h holten wir Arthur (unseren Hund) wieder bei Schwiegereltern ab. Obwohl ich es eigentlich unlogisch fand, weil ich wusste dass wir ihn eh in einigen Stunden wieder hinbringen würden. Schwiegermami merkte natürlich dass ich Wehen hatte, obwohl ich nichts dazu gesagt hatte. Sie war richtig aufgeregt und meinte ich solle sofort ins Geburtshaus fahren. Ich sah dafür aber noch keinen Anlass: Wehen immer noch alle 7 Minuten und auszuhalten.

Ich wollte noch ne schöne Mütze voll Schlaf nehmen bevor es richtig los geht. So um 23.30h gingen wir dann ins Bett und ich merkte dass durch das Liegen die Wehen stärker wurden. Also nichts mit schlafen. Ich ging dann nach unten in die Stube um TV zu gucken. So um ca. 1.30h wollte ich dann noch mal versuchen zu schlafen und legte ich wieder in mein Bett. Dass war nicht so gut, denn dort bekam ich meine erste richtig schmerzhafte Wehe und dann ging mir Fruchtwasser ab. Ich beschloss duschen zu gehen und danach kamen die Wehen auf einmal schon alle 3 Minuten. Und die taten auch ziemlich weh. Ich lief durch die Stube und stöhnte wenn eine Wehe kam. Die Hebamme wollte ich aber noch nicht anrufen, da ich ja auch mitten in der Nacht keinen Fehlalarm auslösen wollte.

Um 2.30h hielt es aber nicht mehr aus und rief dann doch die Hebamme an. Astrid hatte Bereitschaft und wir beschlossen dass sie erst zu uns kommt und mich untersucht. Ich sagte Gordon bescheid dass Astrid gleich kommen würde und dass ich alle 3 Minuten Wehen hätte. Er sagte zu mir dass das nicht zu überhören sei. Ich ließ ihn noch im Bett liegen und wartete unten auf Astrid. Um 3.15h traf Astrid dann endlich ein und sie hörte erst die Herztöne des Kindes ab und anschließend untersuchte sie mich. Sie meinte der MuMu sei schon mindestens 4cm geöffnet. Wahrscheinlich sogar noch mehr, aber da das Köpfchen so tief lag konnte sie es nicht genau sagen. Ich war richtig froh dass die Wehen so effektiv waren und wusste dass ich dann bald meine Maus im Arm halten werde.

Wir beschlossen dann uns auf den Weg ins Geburtshaus zu machen. Astrid fuhr schon mal vor. Ich sage dann Gordon bescheid dass wir nun los müssen, packte noch meine Zahnbürste in meine Geburtstasche. Noch schnell ein Posting bei den Sonnenkindern dass wir jetzt losfahren würden. Dann fiel mir ein dass der Müll am nächsten Morgen abgeholt wird. Also schleppte ich noch die gelben Säcke an die Straße.

Gordon lud währenddessen die Sachen ins Auto und dann mussten wir noch den Hund wieder zu Schwiegereltern bringen. Und dann konnten wir endlich Richtung Geburtshaus abdüsen. Die Fahrt dauerte ungefähr 20 Minuten und die Wehen während der Autofahrt waren schon echt heftig.

Als wir dann um ca. 4.15h im Geburtshaus eintrafen hatte Astrid schon alles vorbereitet: Überall brannten Kerzen und im Geburtszimmer hatte Astrid eine Duftlampe an.


Ich ging erst mal zur Toilette und Gordon und Astrid bezogen in der Zeit das Bett und tranken Kaffee. Meine Wehen wurden immer heftiger und ich hoffe auf Erlösung indem ich in die Badewanne stieg. Vorher hörte Astrid noch mal die Herztöne des Kindes ab. In der Wanne wurden die Wehen noch schmerzhafter. Ich dachte wirklich dass ich es nicht mehr aushalte.

Astrid meinte bis zum Mittag hätte ich es wohl geschafft. Daran wollte ich überhaupt nicht denken, denn es war ja gerade mal 5.00h. In den Wehenpausen war ich immer am schimpfen und sagte so was wie:
"Ich will nicht mehr ich will schlafen" und "Ich habs mir anders überlegt, ich will nach Hause". Gordon und Astrid fanden das ganze eher amüsant.
Nach einiger Zeit in der Wanne verspürte ich dann Pressdrang und mir wurde unendlich heiß; obwohl dass Wasser schon ziemlich abgekühlt war.

Ich wollte nur noch raus aus dem Wasser und legte mich auf das Bett. Dort untersuchte mich Astrid nochmals und stellte fest dass der MuMu vollständig eröffnet war. Also durfte ich auch pressen wenn mir danach war. So lag ich also auf dem Bett und mir war immer noch so tierisch heiß. Bei der nächsten Wehe fing ich dann an richtig zu pressen. Astrid rief dann die 2. Hebamme (Steffi) zur Unterstützung an.

Da wusste ich dann: Endlich, es kann jetzt nicht mehr lange dauern. Ich weiß nicht wann Steffi eintraf, aber zu dem Zeitpunkt konnte man das Köpfchen schon sehen. Steffi war sichtlich erstaunt über das Tempo dass ich vorlegte. Mit jeder Wehe presste ich so fest wie ich nur konnte. Mein Schatz lag mit mir auf dem Bett, hielt meine Hand und redete mir gut zu. Das half mir sehr und ich bin ihm sehr dankbar dafür.

Als das Köpfchen zur Hälfte draußen war dachte ich es zerreißt mich. Es tat so höllisch weh und ich konnte dem Druck nicht standhalten. Deshalb rutschte das Köpfchen auch wieder ein Stück zurück. Das war mir aber in diesem Moment egal; hauptsache der tierische Druck war "weg". Dafür nahm ich mir dann vor bei der nächsten Wehe umso mehr zu pressen. Vorher wollte ich mich noch stärken und sagte zu Gordon er solle doch bitte meine Kekse aus der Tasche holen. Astrid und Steffi fanden es sehr lustig dass ich zwischen den Presswehen meine Kekse vertilgte. Dann kam die nächste Wehe und ich drücke Gordon schnell die Kekse in die Hand, weil ich keine Krümel im Bett wollte.

Komisch an was man trotz Wehen alles denkt. Ich presste mit all meiner Kraft so fest ich konnte und das Köpfchen rutsche wieder weiter nach draußen. Steffi fragt mich, ob ich mit dem Spiegel gucken möchte. Ich wollte nicht, ich wollte bloß dass es vorbei ist. Astrid tupfte mir derweil mit in heißem Kaffee getränkten Binden auf den Damm. Wofür das gut ist weiß ich nicht mehr, aber es war auf jeden Fall sehr angenehm. Mit der nächsten Presswehe gab ich dann noch mal alles, obwohl ich eigentlich schon am Ende war.

Doch es nütze, denn Steffi sagte dass ich es wohl mit der nächsten Wehe geschafft hätte. Gordon holte ein Handtuch für das Baby und tatsächlich hatte ich es mit der nächsten Wehe geschafft. Unsere Maus erblickte um 6.17h das Licht der Welt. Seit der Ankunft im GH waren also gerade mal 2 Stunden vergangen. Ich war völlig fertig und konnte gar nicht glauben dass meine Maus neben mir auf dem Bett lag.

Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war durfte Gordon sie durchschneiden. Er wickelte unsere Prinzessin in das Handtuch ein und wollte sie mir auf den Arm geben. Doch ich wollte nicht, worüber ich im Nachhinein sehr traurig bin. Aber ich war so fertig und eigentlich ging mir das alles viel zu schnell.
Außerdem fühlte ich mich einfach eklig da die Nachgeburt ja noch kommen musste.

Gordon behielt also unsere Maus auf dem Arm und die Hebammen ließen uns erst mal allein. Wir diskutierten derweil über den Namen und einigten uns dann auf Ashley. Ich schaute mir Ashley ganz genau an und streichelte ihr Gesicht. Auf den Arm wollte ich sie aber erst nehmen wenn die Nachgeburt da war. So um 7.00h kamen die Hebammen rein und meinten ich müsste jetzt versuchen die Nachgeburt rauszupressen.

Da ich aber eine inneren Ekel davor hatte dauerte es ein bisschen bis ich mich überwand richtig zu pressen. Die Nachgeburt gebar ich dann auf dem Geburtshocker während ich in eine Flasche pustete. War ich erleichtert als ich das hinter mir hatte. Und dann nahm ich das 1. Mal Ashley auf den Arm. Gordon ging eine Rauchen und rief meine und seine Eltern an.

Astrid untersuchte meine Nachgeburt und ich legte Ashley an meine Brust. Es klappte auf Anhieb und sie fing sofort an zu saugen. Anschließend ging ich duschen.

Gordon und Steffi wuschen in der Zeit Ashley und vermaßen und wogen sie. Danach untersuchte Steffi noch meinen Damm. Ich war nicht gerissen, nur geschürft. Dann hatte sich ja die Damm Massage bezahlt gemacht.

Um 9.00h fuhren wir dann nach Hause.
Nicole, Ganderkesee

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