Fabiennes Geburt
24.01.2000

Unsere Tochter Fabienne wurde am 24.01.2000 zu Hause mit der liebevollen Unterstützung von Reinhild und Isabelle geboren.

Mein Mann Stefan und ich haben am Anfang der Schwangerschaft einen Termin bei Reinhild im Geburtshaus gemacht und ein ausführliches Gespräch folgte. Im Verlauf konnte sie die Ängste meines Mannes aus dem Weg räumen und meinem Traum von einer Hausgeburt stand nun nichts mehr im Weg. Stefan hatte leichte Bedenken, wegen Notfallverlegung ins Krankenhaus bei Komplikationen usw., doch die wurden mit vernünftigen Argumenten aus dem Weg geräumt. Von da an haben wir die Vorsorgeuntersuchungen abwechselnd bei uns daheim und im Geburtshaus gemacht. Dies war für mich gerade mit den beiden anderen Kindern sehr angenehm, es war immer jemand da, sie haben nicht gestört und wurden mit in die Vorsorge einbezogen.
Beide Kiddies haben zu Reinhild in dieser Zeit ein sehr herzliches Verhältnis aufgebaut, was man bei den Besuchen beim Frauenarzt nicht gerade sagen kann. Für mich waren diese Termine gleichzeitig Erholung, ich konnte ganz befreit über meine Ängste, Gefühle usw. sprechen. Es würde zugehört, Anteil genommen und so richtig "die Seele gestreichelt". Kein häßliches Drängen zwischen zwei Patientinnen , ewiges Warten im Wartezimmer und kein gestresster Arzt.

Wir haben unsere Liste mit den nötigen Dingen eingekauft und bereitgelegt, jetzt mußten wir nur noch warten.
Am 23.01. zum Sonntagskaffee waren wir noch mal zum CTG als Kontrolle, ich war 3 Tage über Termin. Und in der Nacht zum Montag ging es dann endlich los. Die Wehen kamen regelmäßig, Stefan ist direkt zuhaus geblieben. Dann gingen die Wehen wieder weg, so spazierten wir noch gemeinsam zum Kindergarten mit der Großen. Wieder zurück warnten wir dann Reinhild vor und riefen die Patentante an. Sie sollte mit auf unsere beiden aufpassen und als Nothelfer fungieren. (im Falle einer Klinikverlegung)

Nach einem heißen Bad kamen meine Wehen wieder in Gang, ich rannte im Haus die Treppen hoch und runter, teils zur Ablenkung , teils um noch etwas Ordnung zu schaffen. Anne, die Patentante, war auch schon da und hat dann Mittags die Große vom Kindergarten abgeholt und zum Turnen gebracht. Ich habe dann Reinhild noch mal angerufen , sie sollte mal vorbeikommen. So gegeb 18Uhr kam sie dann und wir haben uns oben unters Dach zurückgezogen in unser Geburtzimmer. Stefan hatte in der Zwischenzeit den Boden abgedeckt und alles bereitgelegt. Da meine Wehen nicht so recht wollten half sie mit etwas Homöopathie nach.

Abwechselnd mal die eine mal die andere Tablette kauend hockte ich auf allen Vieren auf dem Boden. Unsere Tochter lag etwas verdreht mit einem Arm vor dem Gesicht uns sollte diese Position noch ändern. Dickköpfig wie die Mutter hat sie zwar den Arm weggenommen, aber ist in der hinteren Hinterhauptslage geblieben. Die Wehen wurden immer stärker und ich kam langsam ins schwitzen. Stefan hat zusammen mit Anne die beiden Racker ins Bett gebracht und dann hatten wir endlich Ruhe uns auf die Geburt zu konzentrieren.

Um ca. 20 Uhr rückte Isabelle, die Verstärkung von Reinhild an und die beiden haben uns etwas alleine gelassen. Ich hatte schon das Bedürfnis zu presssen, also schauten wir noch einmal nach, wie weit die Sache fortgeschritten war. Die Fruchtblase wollte, wie auch schon bei meinen anderen Kindern, nicht von alleine platzen.

Es brauchte also einen kleinen Pieks. Und dann gings erst richtig los. Ich hätte ganz gerne auf dem Hocker entbunden, aber leider wurden die Herztöne von Fabienne schlechter.
Ich wollte nur noch pressen und konnte es auch kaum unterdrücken. Auf dem Bett in Seitenlage mit einem angewinkelten Bein ging es dann so einigermaßen. Stefan saß hinter mit und hat meine Hände gehalten und mich abgestützt. Ich habe nur noch geschnauft und gedrückt und dann
21.30 Uhr war es endlich soweit: Fabienne Leonie kam als kleine neugierige Sternenguckerin auf die Welt. Mit dem Gesicht nach oben, Augen auf und kräftig schimpfend. Just in diesem Moment kam die große Schwester ins Schlafzimmer und legte sich daneben, völlig verdattert hat sie zugeschaut, wie die Kleine auf meinem Bauch lag.

Nach ein paar Minuten durfte die Patentante das Baby abnabeln und dann haben wir in aller Ruhe da gelegen und Hallo gesagt zu unserer Kleinen. Die wollte auch sofort an Mutters Brust.Da lag nun unser neues Familienmitglied. Nach einiger Zeit hat Isabelle das Baby zusammen mit meinem Mann untersucht , gemessen und dann angezogen. Reinhild hat meine Riss genäht. Die alten Dammschnitte waren leider wieder aufgerissen. Als alles weggeräumt und versorgt war, haben wir auf den kleinen Spatz mit Champus angestoßen und den Geburtstagskuchen gefuttert.
Die stolze Mutter lag mit Baby dazwischen, glücklich und zufrieden. Am Vormittag sollte Reinhild wiederkommen um nach uns zu sehen. Mir ging es soweit gut, ich wollte nur noch schlafen.

Stefan und ich sind uns einig: dies war ein für uns unvergessliches Erlebnis und wir würden uns immer wieder für eine Hausgeburt entscheiden. Die Ruhe zu Hause, keine lästigen Formalitäten keine Verkabelung mit CTG oder Braunüle. Eine entspannte Umgebung mit Freunden in den eigenen vier Wänden haben diese Geburt zu dem werden lassen, was uns in Erinnerung bleiben wird.

Fabienne war von Anfang ein ein ruhiges und entspanntes Baby, nicht so wie unser Sohn, der noch in der Klinik geboren wurde.
Sie hatte die Augen offen und kaum gebrüllt und ist nie im Schlaf hochgeschreckt, wie Frederic nach der Klinikgeburt. Auf diesem Wege möchten wir uns auch noch einmal bei Reinhild für ihre liebevolle Betreuung während der Schwangerschaft und der Geburt bedanken. Sie hatte immer ein offenes Ohr für uns und hat uns den schönsten Augenblick im Leben wirklich unvergesslich gemacht.

Ich habe diese persönliche Betreuung im Geburtshaus und daheim genossen und kann sie nur allen werdenden Eltern empfehlen. Ob das Baby nun im Geburtshaus oder daheim geboren wird!!!!



Auch Fabiennes Schwester Finja wurde dann zu Hause geboren...

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