Maltes
Geburt begann in der 23. SSW mit einer Umfrage. Aufgrund einer akuten
Krankenhausphobie und dem Wunsch, unseren Sohn auf nette Art zu
begrüßen, hatte ich mich per Internet bereits über Schwangerschaftsverläufe
und mögliche Geburtsarten informiert und liebäugelte mit einer Wassergeburt.
Da mir keine Alternativen zu Krankenhäusern bekannt waren, kontaktierte
ich notgedrungen doch die Entbindungsstationen der Kliniken in und
um Düsseldorf und faxte ihnen einen Fragebogen. Neben meiner Frage
nach einer Geburtswanne waren mir auch Informationen über die Atmosphäre
und einer Neugeborenen-Intensiv-Station wichtig... man weiß ja nie...
Im Laufe der Woche erhielt ich mehr oder weniger aufschlussreiche
Antworten, teilweise telefonisch, teilweise per Post. Die einzige
Wassergeburtsmöglichkeit schien es in Duisburg im Bethesda-Krankenhaus
zu geben – laut Infobroschüre zumindest, denn die Antworten auf
meinem Fragebogen waren leider vollständig unleserlich... Arzthieroglyphen.

Inzwischen hatte ich mich auch daran erinnert, dass es in Düsseldorf
ein Geburtshaus geben musste – was immer das sein mochte. Ich
recherchierte eher lustlos im Internet danach, denn ich rechnete
nicht wirklich mit Informationen, die mich interessieren könnten.
Die Bekannte, die das Geburtshaus mal erwähnt hatte, zähle ich
(ganz Schubladendenken, sorry!) zur Fraktion der Hardcore-Ökos
und -Esoteren, die den Eindruck machen, als würden sie den halben
Tag im Yogasitz „Ommm“ machen und in der anderen Tageshälfte
ihre Kinder darauf abrichten, im Supermarkt ahnungslose Fleischkäufer
in die Waden zu beißen und sie mit Namen wie „Tierkiller“ zu
betiteln. Also erwartete ich auch höchstens Informationen über
ein verschrobenes Clübchen Hebammen, die Kinder auch mit „Ommm“
und Räucherstäbchen auf die Welt schweben lassen... Ich wurde
eines besseren belehrt! Die Informationsseite des Geburtshauses
offenbarte mir eine echte Alternative zu allen von mir erreichbaren
Geburts-Locations. Ich war angetan von der Philosophie des Hauses,
von den abgebildeten Räumlichkeiten, vom informativ-unaufdringlichen
Schreibstil und der dezenten, vor allem gänzlich „Ommm“-freien
Aufmachung. Ich entschloss mich spontan, mir hier den Fragebogen
zu sparen, und statt dessen meine Situation zu schildern: Ich
hatte bisher eine völlig problemlose Schwangerschaft erlebt,
war aber durch meine beiden Gynäkologen (ich zog es vor, zwischendurch
zu wechseln...) bezüglich Prophylaxen und Verhaltensweisen ziemlich
verunsichert worden. Ich wünschte mir eine ruhige, sanfte Geburt,
und die Möglichkeit, gleich danach nach Hause zu gehen.
Mein
Mann Alex hatte auch eine Hausgeburt in Betracht gezogen (er
und zwei seiner Brüder sind Hause geboren), aber so ganz behagte
mir der Gedanke doch nicht. Auf meine eMail erhielt ich nur
wenige Tage später einen Anruf von Hebamme Uta Sommer, und wir
machten einen Termin für ein Informationsgespräch aus. Neben
der äußerst zwanglosen und ansprechenden Atmosphäre gefiel mir
auch, was ich von Uta hörte: Sie informierte uns umfassend über
die Tätigkeiten der Hebammen, also Geburtsvorbereitung, Vorsorge,
Geburt und Nachsorge, über den Unterschied zwischen Geburtshilfe,
die bei risikolosen Schwangerschaften ausreichend ist (denn
die Geburt ist immer noch ein natürlicher Vorgang – auch nach
ein paar Millionen Jahren Evolution...) und der Geburtsmedizin,
die nur bei Gefahr für Mutter und Kind nötig sein sollte. Sie
schaffte es auch recht schnell, mein Vertrauen in punkto Notfall
zu gewinnen: Das Marienhospital ist schnell zu erreichen, falls
es nötig werden sollte – was wohl selten der Fall ist. So fiel
unsere Entscheidung aus dem Bauch heraus: Wir hatten unseren
Platz gefunden. Es sei nur am Rande erwähnt, dass mein Gynäkologe
fast einer Panikattacke erlag, als ich ihn darüber unterrichtete...
Einige Tage später besuchte uns Corinna Stahlhofen zu Hause.
Uta, die aufgrund ihrer laufenden Heilpraktikerausbildung selber
zu diesem Zeitpunkt keine Betreuung mehr annahm, hatte uns den
Kontakt zu Corinna vermittelt. Auch hier fiel die Entscheidung
spontan: Die Chemie stimmte, mit Corinna wollten wir unseren
Sohn begrüßen. Corinna kam zur Vorsorge zu uns, oder ich ging
in ihre Sprechstunde ins Geburtshaus – so lernten wir uns kennen,
und die Räumlichkeiten im Geburtshaus wurden mir vertrauter.
Dann rückte der Termin immer näher... Auf den 16.3. war der
Entbindungstermin datiert, aber ich hatte immer gesagt, dass
unser Sohn Malte später kommen wird. Am Morgen des 16. war ich
dann bei Corinna zur Vorsorge im Geburtshaus. Maltes Herzchen
schlug laut CTG ruhig und gleichmäßig, und Corinna tastete den
Muttermund: 2cm offen, butterweich, Schleimpfropf verstrichen,
ich war also geburtsbereit und wartete darauf, das Malte den
Startschuss gab. Auf dem Weg vom Geburtshaus nach Hause merkte
ich erste Kontraktionen – wie auch in den vergangenen Wochen
häufiger. Sie schienen nur intensiver und regelmäßiger. Ich
wartete noch ein paar Stunden ab, legte mich in die Wanne, aber
die Wehen wurden weder intensiver noch kürzer, noch länger...
sie wehten einfach ruhig vor sich hin. Ich informierte Alex,
und rief Corinna an, die dann vorbeikam, um mir wehenregulierende
Globuli zu bringen. Sie untersuchte mich noch mal, aber am Muttermund
hatte sich nichts getan. Dann massierte sie eine halbe Stunde
lang meinen Bauch mit einem Wehenöl (sie hat goldene Hände!),
ich nahm die Globuli – und schlief ein. Morgens wachte ich wehenlos
auf... und das sollte auch in den nächsten Tagen so bleiben.
Das war also meine Generalprobe: Sind auch alle da, wenn ich
sie brauche? Und das waren sie... Am 21.3. hatte ich meine Globuli
aufgebraucht, weil sie die abendlich einsetzenden Senkwehen
immer schön unterstützten und regulierten. Am Muttermund tat
sich allerdings gar nichts, Malte ließ sich Zeit und tobte genüsslich
in mir herum. Alex und ich gingen Mittags lecker essen, spazieren
und fuhren in der Gegend herum, er hatte sich bereits Urlaub
genommen und wir genossen die letzte Zeit alleine. Corinna kam
abends noch vorbei und brachte mir Globuli, und wir schnackten
eine Weile. Nichts deutete auf eine aufregende Nacht hin...
Alex und ich machten es uns gemütlich... und wir nahmen Corinnas
augenzwinkernden Tipp, dass Prostaglandine wehenauslösend ist,
schön ernst... ;-)
Gegen Mitternacht schliefen wir ein, aber schon eine halbe Stunde
später wurde ich wieder wach mit einem merkwürdigen Ziehen am
Bauch... Ich stand auf und veratmete in der nächsten halben
Stunde leichte aber deutliche Wehen, die in kurzen Abständen
wiederkamen. Ich weckte Alex und rief Corinna zum ersten Mal
an. Ich schilderte Ihr die Situation, aber da noch alles im
grünen Bereich war, sagte ich ihr, dass sie noch zu Hause bleiben
konnte. Ich kam gut klar, und wir wollten möglichst lange zu
Hause blieben. Um 1.45 Uhr rief ich dann wieder an. Die Globuli
hatten ihre Wirkung nicht verfehlt: größere Wehenpausen – und
intensivere Wehen! Corinna war innerhalb von 20 Minuten bei
uns. Die Untersuchung ergab: Mumu 3cm eröffnet. Wir hätten auch
noch länger zu Hause bleiben können, aber ich war unruhig. Um
2.30 Uhr waren wir auf dem Weg ins Geburtshaus. Für mich war
das Geburtsfest damit offiziell eröffnet... Ich hatte immer
mit der schönen großen Wanne im Geburtshaus geliebäugelt (deshalb
wollte ich auch keine Hausgeburt, unsere Wanne ist zu klein
und schwer zugänglich) und hoffte auf eine Wassergeburt. Während
Corinna also die Wanne vollaufen ließ, fuhr Alex zu einer Tankstelle
und holte etwas zu essen und Nervennahrung – Schokolade.
Ich ließ mich ins warme Wasser sinken, Corinna hatte eine Duftlampe
und Teelichter angemacht, und ich genoss die erste Zeit in der
Schwerelosigkeit. Alex kam mit einem Tablett mit frischen Baguettes
(ich weiß nicht, wo er die um diese Zeit herzauberte!), mit
Frischkäse und Schinken, und wir schmausten zu dritt, bis ich
mich in der Wanne dann doch unwohl fühlte. Um vier Uhr stieg
ich wieder raus. Der Muttermund hatte sich inzwischen auf 4-5
Zentimeter geöffnet. Langsam wurde es etwas unangenehm, denn
ich hatte lange, kräftige Wehen mit kurzen Pausen, was zu diesem
Zeitpunkt verfrüht war. Wahrscheinlich lag es daran, dass Maltes
Köpfchen sich noch nicht richtig ins Becken eingestellt hatte,
jedenfalls drückte es bei jeder Wehe mächtig dagegen. Und langsam
wurde mir klar, dass eine Geburt etwas Gewaltiges ist... Corinna
bot mir zur Entspannung Akupunktur an – das hatte ich bisher
noch nie gemacht. Aber ich war mittlerweile zu einigem bereit.
Sie setzte mir eine Nadel in die hintere Fontanelle. Und es
war eine Wohltat. Ich konnte entspannter auf die Wehen eingehen.
Zusammen mit einem homöopathischen Mittel, das ich viertelstündlich
einnahm, bewirkte die Akupunktur, dass die Wehenpausen größer
und erholsamer wurden, und die Wehen gleichmäßiger und besser
zu veratmen.
Mittlerweile saß ich auf einem Pezziball, Alex saß vor mir.
Bei jeder Wehe hängte ich mich an das Seil, das zwischen uns
von der Decke hing. Mir kam das Wort „Phantomschmerzen“ in den
Sinn, so hatte mein Zahnarzt vor Jahren meine Reaktion bezeichnet,
als ich losschrie, bevor er mit irgendeinem Instrument in die
Nähe meiner Zähne kam. Ich musste mir eingestehen, dass ich
Angst hatte, panische Angst vor den Schmerzen. Mir schossen
während der Wehenpausen wilde Gedanken durch den Kopf: Warum
muss ich hier nur die Heldin spielen? Ich will eine PDA... Langsam
wurde es für Alex und Corinna anstrengend. Vom Pezziball war
ich kaum noch wegzubekommen.
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Die
Untersuchung ergab um 5.30 Uhr, dass sich der Muttermund auf 7-8cm
eröffnet hatte. Corinna schlug vor, den Gebärhocker vorzubereiten,
deshalb musste ich aber aufstehen. Bei den nächsten Wehen hängte
ich mich an Alex und schimpfte und heulte, dass ich mich wieder
hinsetzen will. Ich saß dann lange auf dem Hocker, ich glaube
Stunden, und wollte partout nicht mehr dort weg. Corinna überzeugte
mich dann irgendwann, doch mal zur Untersuchung aufs Bett umzuziehen...
und vielleicht noch mal eine andere Stellung auszuprobieren.
Ich hatte große Wehenpausen und fühlte mich stark genug. Doch
dann auf dem Bett, in der Seitenlage, wollte ich während der Wehe
sterben... Trotzdem bin ich mit Alex an meiner Seite während der
Pause eingeschlafen. Doch die nächste Wehe kam irgendwann, und
ich wollte nur noch raus. Eigentlich wollte ich nach Hause und
schlafen...;-) Um 8.30 Uhr saß ich wieder auf dem Hocker. Der
Muttermund war bis auf einen Saum geöffnet. In den Wehenpausen
verlangte ich mittlerweile lautstark nach einem Arzt, einer PDA,
irgendwas!
Corinna kniete vor mir und arbeitete mit mir Wehe um Wehe durch.
Meine Füße stützte ich auf ihren Oberschenkeln ab, und sie redete
ewig beharrlich und ruhig auf mich ein, trug mich von Wehe zu
Wehe, bis ich irgendwann dachte: mein Gott, wieso kann die noch
knien?? Hinter mir saß Alex und massierte mir ruhig und gleichmäßig
das Kreuzbein, das tat so gut! Um 9.30 war der Muttermund ganz
geöffnet. Während der ganzen Zeit hatte Corinna immer mal wieder
CTGs mit einem mobilen Gerät gemacht, und Malte steckte das ganze
Spektakel gelassen weg... Deshalb schlug sie vor, die Fruchtblase
zu öffnen, die bisher keine Anstalten gemacht hatte, zu platzen.
Ich war mit allem einverstanden, was die Geburt beschleunigen
könnte... Corinna baute sich vor mir auf und redete eindringlich
auf mich ein: Ich weiß, dass Du es schaffen kannst! Wir können
ins Marienhospital gehen, wenn Du willst, aber ich weiß, dass
Du es auch hier schaffen wirst! Oh, nein, ein Umzug kam für mich
nicht in Frage. Viel lieber hätte ich es gehabt, wenn ein netter
Doktor mit aufgezogener Spritze vorbeigekommen wäre, aber umziehen,
nein, das wollte ich auf keinen Fall! Also kämpften wir weiter,
und Corinna forderte mich auf, in der Wehe mal probehalber nach
unten zu schieben. Leider wusste ich nicht mehr, wo oben und unten
war und presste eifrig in den Kopf... ;-)
Zwischendurch kam mir der Gedanke, dass mein Sohn einfach herausplumpsen
würde, zwischen meine Füße, und dass ich doch eigentlich schön
entspannt im Wasser gebären wollte... Mittlerweile war Maria dazugekommen,
die zweite Hebamme, die in der Endphase immer dazu kommt. Sie
schlug vor, Alex und mich wieder ins Bett zu schicken, und ich
fügte mich. Alex saß hinter mir, und ich setzte mich zwischen
seine Beine. Und nun fing ich wirklich an, zu schieben: Nach vorne!
Vielleicht hatte ich den Gedanken nicht ertragen, noch lange auf
dem Bett liegen bleiben zu müssen, jedenfalls fand ich jetzt die
Richtung, und aus Angst wurde Wut, und ich schob und schob. Corinna
brachte ein erfreutes „Ja, genau, so ist es gut, weiter!“ hervor
und erzählte begeistert, dass sie das Köpfchen jetzt schon sehen
könne, ob sie mir einen Spiegel holen sollte. Allerdings schimpfte
ich nur: „Ich kann nichts sehen!“ (Meine Brille lag nämlich irgendwo
anders...) Das sorgte zwar für Verwirrung, aber Alex wollte es
sehen und sie hielten einen Spiegel hin, und ich sah nur verschwommen
etwas unglaublich dunkles, und dann kam auch schon die nächste
Wehe, und ich dachte nur noch: „Jetzt, jetzt KOMM!“
Corinna rief mir Instruktionen zu, wann ich schieben und wann
ich stoppen sollte, um meinen Damm zu retten, aber ich weiß nicht
mehr, was sie genau sagte, ich funktionierte einfach. Ich erinnere
mich, dass sich meine Ellenbogen in Alex’ Oberschenkel bohrten
und ich seine Hände links und rechts von mir in der Luft wedeln
sah. Als erstes sah ich Maltes Kopf. Seinen dichtbehaarten dunklen
Hinterkopf. Ich war wie in Trance, dachte: „Einmal noch, nur noch
einmal!“ Und Corinna rief: „Schau mal, hier ist das Köpfchen!“
Wenn ich jetzt daran denke, möchte ich weinen vor Glück. Ich glaube,
in diesem Augenblick konnte ich es einfach noch nicht fassen.
Mit der nächsten Wehe schob ich ihn ganz raus, und er ist richtig
rausgeflutscht. Es war 10.27 Uhr. Ich glaube, ich habe nur noch
nach Luft geschnappt. Die nächsten Minuten sind mir nur unwirklich
in Erinnerung. Er lag vor mir auf dem Bett. Ich weiß, er war erst
ein wenig blau. Und Corinna hat ihm ein die Atemwege freigesaugt.
Dann habe ich seine Stimme gehört, die mir jetzt schon so vertraut
ist. Es kam mir so lang vor, bis sie ihn mir auf den Bauch legten,
aber ich konnte nur denken: „Gebt ihn mir!“
Er hatte noch Käseschmiere auf der Haut, und er hat so gut gerochen...
Er hat sich so gut angefühlt. Und irgendwann hat er ganz langsam
ein Auge aufgemacht. Sie haben ihn in warme Tücher gewickelt.
Ich glaube, Alex hat dann schon neben uns gelegen. Er hatte mich
im Arm, und ich hatte Malte, unseren Sohn im Arm... Er hatte so
dichte schwarze Haare, und so lang. Und er hat gleich die Brust
gesucht. Und gefunden. Die linke, die über meinem Herzen. Ich
war unglaublich glücklich.
Und
unglaublich fertig. Ich hatte viel Blut verloren, als der Mutterkuchen
sich löste, der größer als normal war. Ich musste fast zur Toilette
getragen werden, so wackelig war ich auf den Beinen. Ich hatte einen
kleinen Dammriss 1. Grades und leider einen Labienriß (Schamlippe),
weil Malte mit den Schultern quer rausgekommen war. Die Versorgung
der Labie war nicht so prickelnd, und im Nachhinein empfinde ich
diese Zeit als die unangenehmste der ganzen Geburt. Aber als ich
dann mit Malte in einem sauberen Bett lag, war das alles wieder
vergessen. Mittags haben wir ihn dann nach Hause gebracht, und in
den nächsten Tagen haben wir uns richtig schön eingeigelt und die
ganze Welt, außer Corinna, die jeden Tag kam und uns half, uns mit
Malte einzuleben, draußen gelassen. Ich habe viel über mich gelernt
während dieser Geburt. Dass ich eine sehr niedrige Schmerztoleranzgrenze
habe, zum Beispiel. Und dass ich trotzdem die Kraft aufbringen kann,
gegen die Schmerzen anzukämpfen. Ich bin unglaublich stolz auf unser
Team. In einem Krankenhaus hätte man nicht lange gefackelt, und
mir die PDA schon lange bevor ich sie wollte angeboten. Allerdings
kann ich mir sicher sein, dass mein Muttermund in einem Krankenhaus
nicht so schnell aufgegangen wäre, denn größer als die Angst vor
den Schmerzen ist die vor dem Aufenthalt in einem Krankenhaus –
vor allem, wenn ich gar nicht krank bin.

Neben meiner Hebamme Corinna, die mich unglaublich konzentriert
und einfühlsam durch die Wehen gehoben hat, war Alex mein wichtigster
Begleiter. Ich vertraue ihm blind, und wenn im Verlaufe der Geburt
irgendetwas nicht ok gewesen wäre, hätte ich es ihm sofort angemerkt.
So begleitete er mich souverän durch die Geburt und war für mich
da, und nun hat er sich auch als wunderbarer Wochenbettmanager
bewährt. Wir sind eine glückliche kleine Familie. Malte ist ein
sehr entspanntes Kind. Natürlich hat auch er seine Heulattacken,
aber man merkt ihm deutlich an, dass er in einer stressfreien
Atmosphäre auf die Welt kam, und in unserer heimischen Atmosphäre
zu Hause ist. Er wurde nicht mehr gepiekst als notwendig, er ging
nicht durch etliche fremde Hände. Wir haben keinerlei Probleme
mit dem Stillen, und mir wurden auch keine eingeredet. Corinna
hat die nötige Vorarbeit geleistet, um mich darin zu bestärken,
dass jede Frau Stillen kann, und mir dafür auch das nötige Selbstbewusstsein
gegeben. Ich möchte mich ganz herzlich beim Team des Geburtshauses
bedanken und freue mich schon auf den PEKiP! Und auf unser nächstes
Kind... Da bekommen wir dann vielleicht doch zu Hause – aber auf
jeden Fall wieder mit Corinna!
Sandra, Düsseldorf

Danke Corinna!
Deine Hände spürte er als erste...
Zu Maltes Bruder
Ben, der tatsächlich zu Hause geboren wurde... |